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TIPP: Komplexität reduzieren!
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Ressource Energie – nichts geht ohne

Energie ist die grundlegendste Ressource für mentale Leistungsfähigkeit und Gesundheit. Sie sorgt dafür, dass

  • die Funktionstüchtigkeit des Hochleistungsorgans Gehirn gewährleistet ist,
  • hält seine Struktur aufrecht und
  • wird für komplexe Prozesse wie Wahrnehmung, Motorik und natürlich Denken und Lernen gebraucht.

Unser Gehirn ist im Dauereinsatz. Selbst wenn wir schlafen, ist es aktiv. Und es geht keineswegs immer um den großen intellektuellen "Wurf". Ganz im Gegenteil: zahlreiche wichtige und zum Teil lebensnotwendige Aktivitäten laufen unbewusst im  Kleinhirn, Zwischenhirn oder Hirnstamm ab. Sie dürfen nicht unterbrochen werden – die Atmung zum Beispiel, die Verdauung oder der Blutkreislauf, der Gleichgewichts- und alle anderen Sinne. Es gibt eine Vielzahl weiterer Prozesse, die im Alltag weitgehend unbewusst ablaufen, aber in der Summe jede Menge Energie kosten. Wenn wir z. B. bekannte Wege gehen, die keine besondere mentale Herausforderung darstellen, etwa durch unsere Wohnung laufen, funktioniert die motorische Leistung ebenfalls weitgehend unbewusst.

Klares Prioritätenmanagement

Das enorme Gesamtpensum, welches das Gehirn in jedem Moment zu leisten hat, fordert seinen Tribut: es verbraucht rund 20 Prozent der im Körper vorhandenen Energie, obwohl das Gehirn nur ca. 2 Prozent unseres Körpergewichts ausmacht. Nervenzellen haben einen  ungefähr doppelt so hohen Energiebedarf wie andere Zellen, und nur mit ausreichend Energie in Form von ATP können sie ihre Leistung aufrecht erhalten.

Um die vorhandene Energie optimal zu nutzen, betreibt das Gehirn ein glasklares Prioritätenmanagement: zuerst werden die Grundfunktionen des Körpers gesichert  – alles andere kommt danach, auch das Denken. Die meiste Energie steht also keineswegs für die von uns wahrgenommene Hauptaufgabe des Gehirns zur Verfügung.

Bis zu 90 Prozent der Energie, die für die gesamte Informationsverarbeitung im Gehirn benötigt wird, verbrauchen unbewusste Vorgänge. Nur 10 bis maximal 50 Prozent stehen damit noch für die Bewältigung aktueller mentaler Anforderungen zur Verfügung.

Da kann es schon mal eng werden!

Zwei Beispiele:

  • Mit einem Hungergefühl im Bauch arbeitet es sich schlecht. Die Konzentration leidet erheblich, denn der Körper setzt automatisch einen Großteil der vorhandenen Energie dafür ein, zunächst das Urbedürfnis Hunger zu befriedigen. Für bewusstes Denken und kontrolliertes Handeln ist in solchen Momenten wenig Raum. Die Folge: Hungrige Menschen reagieren schnell gereizt, sind fahrig und denken schwerfälliger.
  • Sinkt die zur Verfügung stehende Energie, äußert sich dies in einem Gefühl der  Anstrengung oder Erschöpfung. Müdigkeit, Abgespanntheit oder auch besonders große Entspannung machen sich breit. In so einem Zustand sind wir geistig ebenfalls nicht voll leistungsfähig. Ein typisches Beispiel: das "14-Uhr-Loch". Direkt nach dem Mittagessen überfällt uns Schläfrigkeit, vor allem, wenn wir zu viel und zu fettreich gegessen haben. Komplexes Denken oder gar Lernen? Fehlanzeige.

Wenn wenig Energie zur Verfügung steht, wird sie bei den bewussten Vorgängen wie Denken und Konzentrieren eingespart.

Energieeffizienz – der Weg und das Ziel

Wenn wir dauerhaft geistig leistungsfähig sein wollen, müssen wir also zum einen dafür sorgen, dass in den Nervenzellen

  • stets ausreichend Energie zur Verfügung steht und zum anderen
  • die vorhandene Energie effizient genutzt wird.

Wie viel Energie wir brauchen, ist klar: je mehr, desto besser. Wir können unseren Organismus wirkungsvoll unterstützen, indem wir ihn gezielt mit dem versorgen, was er zur Energieproduktion braucht:

  • die Energie-Bausteine Glukose und Sauerstoff: diese erhält der Körper durch vollwertige Ernährung, ausreichend Bewegung und frische Luft.
  • stets neue, individuell angepasste Herausforderungen: mental aktiv zu sein steigert die geistige Fitness, denn die Kommunikation zwischen den Nervenzellen wird gefördert.
  • Vermeidung von Energiefressern und Störfaktoren, die das Denkorgan vom Denken ablenken. Energiemangel ist die Leistungsbremse Nr. 1!

Wenn wir erreichen, dass die Energieproduktion im Gehirn angekurbelt wird, verbessert sich auch unsere geistige Leistungsfähigkeit.

Energieeffizienz heißt in puncto mentale Fitness auch, Energie-Engpässe gezielt zu vermeiden, "Energiefresser" auszuschalten und jeweils nur soviel Energie einzusetzen wie für die Lösung anstehender Aufgaben notwendig ist. Beispiele:

  • Wenn wir in bestimmten Denkabläufen geübt sind, brauchen wir dafür weniger Energie. Ergo: Üben bewirkt, dass das Gehirn mehr Kapazität für Neues, Anspruchsvolles und Ungewohntes hat.
  • Wenn bei der Schreibtischarbeit oder beim Lernen die Konzentration nachlässt, hilft manchmal schon eine energiereiche Zwischenmahlzeit wie Obst oder eine Scheibe Vollkornbrot, dazu ein Glas Wasser oder Tee trinken, das Fenster zu öffnen, kurz aufzustehen und im Zimmer herum zu gehen.
  • Ein unaufgeräumter Schreibtisch verbraucht unnötig Energie, denn das Gehirn verarbeitet permanent alle Wahrnehmungen, die die Sinne "melden". Ein aufgeräumter Schreibtisch mit jeweils nur den Unterlagen, die gerade gebraucht werden, schont Ressourcen. Eine durchdachte Ordnung hilft dabei, sich schnell neuen Aufgaben zuwenden zu können. Denn kommt ein neuer Vorgang hinzu, reagiert das Gehirn darauf mit besonderem Interesse und guter Konzentration. Bei Arbeit am Bildschirm: Vermeiden Sie den Energiekiller angestrengtes Sehen. Auch eine Brille und der richtige Bildschirmabstand entlasten die Energiebilanz.

Keine Chance der Energiekrise lautet die Devise für mehr geistige Fitness.

Denn wie viel Energie unser Körper produziert und wie die vorhandene Energie genutzt wird, können wir nicht zuletzt durch unser Verhalten selbst beeinflussen.
Wie das im Alltag funktioniert, erfahren Sie hier.

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