Mitochondrien-Energieproduktion-Nervenzellen

© Dr. Willmar Schwabe

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TIPP: Komplexität reduzieren!
Neue Aufgaben, neues Thema, neue Software, ... Vor Ihnen türmt sich ein Riesenberg Arbeit? "Zerlegen" Sie ihn in seine Einzelteile: überschaubare Einheiten, die Sie bewältigen können. Das stärkt das Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten. Motivation wiederum trägt zum Gelingen bei. Und los geht’s!

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Denken 2.0 – Verändern neue Medien das Gehirn?

Längst werden Informationen nicht nur im Berufsleben größtenteils elektronisch vermittelt. Wir recherchieren im Internet und in Datenbanken, kommunizieren in virtuellen Netzwerken, per E-Mail und SMS und bilden uns online in Web Based Trainings weiter. Das können wir zu jeder Zeit an jedem Ort. Internet-Zugang, Laptop, Smartphone, mobile Lesegeräte sind Standard.

Verändern die neuen Medien unser Denken? Funktioniert das Gehirn 2.0 anders als vorher?

Spannende Fragen, denn mit den neuen Medien haben sich Alltag, Verhaltensweisen und Lesegewohnheiten der Menschen gravierend verändert. Ein Beispiel: "Ausführlichkeit adé". Informationen, die elektronisch bereit gestellt werden, sind möglichst kurz gehalten. Ein Blick soll genügen, um das Wesentliche zu erfassen. Weiteres gibt’s per Link. Mit rasch konsumierbaren "Info-Häppchen" fühlen wir uns auch bei ständiger Zeitnot über möglichst viele Themen informiert. Wir organisieren unser Leben per Mausklick.

Das Gehirn reagiert auf den veränderten Umgang mit Informationen: manche Kompetenzen und Gehirnbereiche profitieren von der Nutzung der neuen Medien, während andere eher darunter leiden.

So können Menschen, die mit digitalen Technologien aufgewachsen sind, z. B. Bilder schneller erkennen als andere. Diese so genannten "Digital Natives" sind auch in der Lage, auf das Gesehene rascher zu reagieren. Vor 1980 Geborene, die so genannten "Digital Immigrants" haben sich den Umgang mit neuen Medien dagegen erst im Erwachsenenalter angeeignet, können diese Fähigkeiten jedoch durch Training verbessern.

Eine intensive Nutzung des Computers, speziell auch von PC-Spielen, kann vor allem das räumliche Denken verbessern und die Informationsverarbeitungsgeschwindigkeit steigern. Bei PC-Spielen kommt es darauf an, viele (bildhafte) Elemente zur gleichen Zeit zu erfassen und schnell zu reagieren – nur dann gibt es eine Belohnung. Dieses Belohnungssystem korrespondiert mit einem der Grundprinzipien des Gehirns: bei Erfolg steigt unsere Motivation und damit auch die Leistungsfähigkeit. Wenn sich ein Mensch intensiv und begeistert mit etwas beschäftigt, erhöht sich die Aktivität in den dafür benötigten Regionen im Gehirn. Die Nervenzellverbindungen werden angepasst und intensiviert. Und ein aktives Gehirn ist leistungsfähiger.

Die Verwendung von Icons, z. B. Emoticons in SMS oder E-Mails, bewirkt im Gehirn komplexere Hirnaktivitäten als das Erfassen „echter“ Objekte, denn zum Entschlüsseln werden zum einen Areale für das Verarbeiten von Wörtern und zum anderen Areale für das Erkennen von Objekten aktiv.

Ein weiteres Grundprinzip mentaler Leistungsfähigkeit: die sicherste Methode, mental fit zu bleiben ist, das Gehirn zu benutzen. Wer sich also ständig – freiwillig oder unfreiwillig – mit neuen Geräten, Programmen und Funktionen befasst, fordert das Gehirn.

Auch hier kommt es auf die Dosis an: Wer seine Zeit in erster Linie in virtuellen Welten verbringt, läuft Gefahr zu verlernen, auf sich selbst und andere zu achten. Die Vernetzungen in den Gehirnregionen, die für die Wahrnehmung und Interpretation von Körpersignalen zuständig sind und in denen, die Emotionen steuern, können zurückgebaut werden. Die Folgen können z. B. ein gestörtes Hunger- und Durstgefühl oder ein beeinträchtigtes Schlafbedürfnis sein. Schwerwiegend ist auch der mögliche Verlust sozialer Kompetenzen. Das ist der Fall, wenn Menschen die Fähigkeit verlieren, sich in andere hinein zu versetzen, deren Gefühle und Signale zu interpretieren und angemessen darauf zu reagieren.

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